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Genau jetzt herausfinden, wo Ihr Unternehmen steht - über eine durchgängige Struktur und passgenaue Fragen

Eingestehen, dass es so nicht weitergeht, ist alles andere als einfach, wenn man jahrelang als Unternehmer und Eigentümer erfolgreich war. Auf nichts ist mehr Verlass, alles ändert sich oder ist instabil. Also abwarten und weiter so?

In meiner Ausbildung zum Fachberater für Sanieren und Turnaround (KMU-Die Berater) habe ich das IDW S6 kennen gelernt, ein sperriger Name, der das Gute aus der Struktur und Inhalte einer ganzheitlichen Bewertung eines Unternehmens beinhaltet.

 

Auf der einen Seite wird das IDW S6 als Maßgabe in Insolvenzen und Unternehmens-bewertungen genutzt und gefordert, auf der anderen Seite ist es eine echte Option, eine qualifizierte Standortanalyse des Unternehmens durchzuführen. In verschiedenen Schritten und Sichtweisen wird das Unternehmen auf Schwachstellen abgeklopft und hinterfragt.

  1. Die G&V, Bilanz, … also die Unternehmenskennzahlen werden durchleuchtet. Trends überprüft, Argumente und Verbuchungen nachvollzogen, Außenstände und Forderungen abgeglichen
    Was ganz wichtig ist: der vergangenen Planung lag ein Wachstum zu Grunde, wie steht das Unternehmen die nächsten Jahre da, wenn es kein Wachstum gibt, wenn es so bleibt wie 2020? Kann allen Verbindlichkeiten nachgekommen werden? Oder wird schon von der Substanz gelebt, und wenn ja, wie lange reicht es noch?

 

  1. Das IDW gibt 6 Krisen-Stufen vor, die es in sich haben:
    1. Stakeholderkrise
    2. Strategiekrise
    3. Produkt- und Absatzkrise
    4. Erfolgskrise
    5. Liquiditätskrise
    6. Insolvenzreife

 

Die Krisen von 1. bis 4. können durchaus Jahre dauern, die Auswirkungen sind nur indirekt sichtbar, meistens nie direkt erlebbar.

In der Stakeholderkrise geht es darum, wer welche Interessen an dem Unternehmen hat oder wahrnimmt. Solange alle in dem Interesse des Unternehmens handeln, und abgesprochen agieren, ist alles fein.

 

Wenn dem nicht so ist, wird sehr schnell eine Strategiekrise daraus. Wo soll es hin gehen, welches Geld wird für was verwendet, muss sich das Unternehmen neu erfinden, usw. Konkret: wie sieht es in 2, 3 oder 4 Jahren aus? Wird die Strategie angepasst oder bleibt es dabei und die Stakeholder treiben weiterhin ihr Unwesen (nicht im Sinne des Unternehmens). Auch jetzt ist es noch nicht richtig sichtbar, vieles noch im Hintergrund.

 

Wenn sich jetzt allerdings die Welt schneller dreht, wie die Stakeholder denken und handeln, und die Strategie auf einmal Lichtjahre zurückgeworfen wird, dann ist eine deutliche Produkt- und Absatzkrise vor der Türe, die das Unternehmen in allen Organisationsbereichen voll trifft. Jetzt wird es richtig interessant, an welchen Stellen der Bilanz oder G&V diese Krise deutlich wird. Zu viele und falsche Investitionen? Reparaturen statt Instandhaltung? Zu viel indirektes Personal im Verhältnis zum Umsatz? „Schöner wohnen“ und "reden wir mal drüber" in der Produktion statt Effizienz in allen Prozessen? Aktivtäten und Problemlösungen, die keine Wirkung auf den Kunden und dem Unternehmen haben?

 

Genau jetzt ist es entscheidend, wie das Topp Management reagiert und kommuniziert, es ist jetzt entscheidend. Wieso? Im Moment ist die Liquidität noch gegeben, allerdings läuft die Zeit. Hier stellt sich die Frage: ab wann nicht mehr. Gefühlt erleben die Organisation und die Mitarbeiter, dass alles beim Alten ist, bis auf das Topp Management. Wenn nicht von oben nach unten die deutlich negative Perspektive NACHVOLLZIEHBAR kommuniziert wird und alle auf Effizienz eingeschworen werden, dann ist ein sehr wichtiger Weichenpunkt überschritten.

 

Zwischen der Produkt- und Absatzkrise bis zur Erfolgskrise ist der Zeitraum sehr kurz - im Gegensatz zu den Zeiträumen zwischen den anderen Krisenstadien. Es bleibt nichts mehr übrig. Der Umsatz ist noch da, nur die Kosten und Aufwendungen sind so hoch, dass das Unternehmen so gerade auskommt - allerdings darf nicht noch mehr passieren. Wenn doch, dann wird gerne ein Kredit beantragt. Dieser muss allerdings zurückgezahlt werden, was eine Abwärtsspirale mit sich führt.

 

Die Logik-Kette Wenn-Dann ist gestartet. Jetzt ist Handlungs- und Entscheidungskompetenz gefragt. Keine Zeit für Diskussionen! Zuhören: ja, Meinungen einholen: ja, Verantwortung bei Führungskräften und Mitarbeiter einfordern: ja, nur kein Zögern bei Entscheidungen oder konsequentem Handeln.

 

Ab jetzt gibt es nur noch links oder rechts. Entweder es arbeiten alle sofort an Effizienz und auch an dem notwendigen Abbau an Überkapazitäten, oder das Unternehmen lebt von seiner vermeintlichen Substanz und wird in eine Zahlungsunfähigkeit und fehlende Liquidität reinarbeiten und ist damit insolvenzreif.

 

Doch welche Chancen haben Sie als reflektierte mutige Entscheider jetzt? Genau jetzt und hier? Haben Sie eine sehr genaue und konkrete Übersicht über Ihre Zahlen?

 

Haben Sie diese Zahlen verstanden und sind die Argumente für Sie alle plausibel? Ein zögerndes "ja"?

 

Wo ist Ihre Strategie und wie wird diese operativ umgesetzt? Ein zögerndes "ja"?

 

Lassen Sie sich helfen, indem Sie eine Standortanalyse beauftragen. Sicherheit hat man nur, wenn man konkret weiß, wo man steht. Von dieser Analyse ausgehend gibt es ein Lob und Bestätigung, wenn alles zur Zufriedenheit nachvollziehbar ist, oder es gibt ein Lob auf die mutige Entscheidung, die nächsten Schritte in die Hand zu nehmen und wieder selber in konsequentes Handeln zu kommen.

 


mit starken Kooperationspartner aus Arbeitsrecht, Controllern/Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Personalern und operativen Umsetzern können Ihnen maßgeschneidert helfen! Jeder bringt sich in seinem Fachgebiet für Ihr Unternehmen ein, das Ziel ist zu erhalten, Ihr Ziel, Ihr Unternehmen, unsere Mission.

 

Und noch ein letztes Wort zum IDW S6: Je früher diese Struktur und Inhalte zum Einsatz kommen, umso mehr ist Zeit für ein erfolgreiches konsequentes Handeln verfügbar.

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